{"id":383,"date":"2019-01-15T14:03:34","date_gmt":"2019-01-15T14:03:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.rettet-den-sozialstaat.de\/?p=383"},"modified":"2019-01-15T16:12:57","modified_gmt":"2019-01-15T14:12:57","slug":"abschaffung-der-derzeitigen-sanktionspraxis-im-sgb-ii","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.rettet-den-sozialstaat.de\/?p=383","title":{"rendered":"Abschaffung der derzeitigen Sanktionspraxis im SGB II."},"content":{"rendered":"\n<!-- Facebook Like Button v1.9.6 BEGIN [http:\/\/blog.bottomlessinc.com] -->\n<iframe src=\"http:\/\/www.facebook.com\/plugins\/like.php?href=http%3A%2F%2Fwww.rettet-den-sozialstaat.de%2F%3Fp%3D383&amp;layout=standard&amp;show_faces=false&amp;width=450&amp;action=like&amp;colorscheme=light\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" allowTransparency=\"true\" style=\"border:none; overflow:hidden; width:450px; height: 30px; align: left; margin: 2px 0px 2px 0px\"><\/iframe>\n<!-- Facebook Like Button END -->\n<p>Zu der aktuellen Diskussion \u201e Sanktionspraxis im SGB II \u201e nimmt der AWO Stadtkreisvorsitzende Holger Scharff wie folgt Stellung:<br \/>\n* *<br \/>\n*AWO Ludwigshafen:*<br \/>\n*Abschaffung der derzeitigen Sanktionspraxis im SGB II*<br \/>\nAnl\u00e4sslich der heutigen Verhandlung des Ersten Senats des BVerfG zu den Sanktionen im SGB II \u00fcber eine Vorlage des Sozialgerichts Gotha erkl\u00e4rt der Stadtkreisvorsitzender der Arbeiterwohlfahrt Ludwigshafen am Rhein e.V. Holger Scharff:<br \/>\n\u201eEs ist \u00e4u\u00dferst fraglich, ob Sanktionen ein geeignetes Mittel sind, um Menschen fit zu machen f\u00fcr den Arbeitsmarkt. Vor allem aber sollten wir uns bewusst machen: Das Recht auf Gew\u00e4hrleistung eines menschenw\u00fcrdigen Existenzminimums ist nicht verhaltensabh\u00e4ngig. Statt auf Sanktionen sollte deshalb st\u00e4rker auf die pers\u00f6nliche Beratung und Betreuung in den Jobcentern gesetzt werden, um den Betroffenen endlich auf Augenh\u00f6he zu begegnen.\u201c, betont Holger Scharff.<br \/>\n\u201eGefordert ist vielmehr ein Kurswechsel in der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik. Besch\u00e4ftigungspolitik sollte auf Sanktionen und Druck verzichten und vielmehr die Motivation und Selbstbestimmung der Menschen unterst\u00fctzen. Nur so kann Arbeit eine positive Rolle im Leben der Betroffenen einnehmen, anstatt Arbeit im Niedriglohnsektor zu bef\u00f6rdern. Notwendig sind neben einer Abschaffung der derzeitigen Sanktionspraxis zudem h\u00f6here Regels\u00e4tze in der Grundsicherung und die weitere Erh\u00f6hung des gesetzlichen Mindestlohns.\u201c, so Scharff weiter.<br \/>\n\u201eEine Entsch\u00e4rfung des Sanktionssystems hinsichtlich Bedarfsgemeinschaften w\u00e4re zudem ein wichtiger und l\u00e4ngst \u00fcberf\u00e4lliger Beitrag zur Bek\u00e4mpfung von Kinder- und Familienarmut. Denn Kinder haben im \u201aHartz-IV-System\u2018 nichts verloren! Das derzeitige System mit seiner starren Sanktionsdauer von drei Monaten ist viel zu rigide und drastisch und trifft besonders Familien mit unvermittelter H\u00e4rte. Aus den Erfahrungen vieler im Sozialbereich aktiver Menschen im SGB II-Leistungsbezug wissen wir, Sanktionen sind konterproduktiv, denn sie bef\u00f6rdern Existenz\u00e4ngste und Existenznot.\u201c<br \/>\n\u201eDas BVerfG muss deshalb Farbe bekennen und klare Kante zeigen gegen die derzeitige Sanktionspraxis im SGB II. so Holger Scharff abschlie\u00dfend.<br \/>\n__<br \/>\n_Zum Hintergrund_:<br \/>\nNachdem das BVerfG einen Vorlagebeschluss aus dem Jahr 2015 aus formalen Gr\u00fcnden zur\u00fcckgewiesen hatte, hat die 15. Kammer des SG Gotha die Verfassungsm\u00e4\u00dfigkeit der Sanktionen im SGB II mit Beschluss vom 02. August 2016 erneut in Zweifel gezogen. Die Richter meinen, dass Sanktionen zu einer\u00a0Lebensgef\u00e4hrdung oder Beeintr\u00e4chtigung der Gesundheit der Sanktionierten f\u00fchren und\u00a0 damit gegen das Recht auf Leben und k\u00f6rperliche Unversehrtheit sowie gegen die Freiheit der Berufswahl versto\u00dfen. In der Praxis der Jobcenter geht der Gro\u00dfteil der Sanktionen auf sog. Meldevers\u00e4umnisse zur\u00fcck, etwa weil Leistungsbeziehende ohne Begr\u00fcndung nicht zum vereinbarten Gespr\u00e4ch erscheinen. Diese machen in der Praxis drei Viertel der F\u00e4lle aus. Komplett streichen k\u00f6nnen die Jobcenter die Hartz IV-Leistung nur im Ausnahmefall, auf Antrag gibt es dann Lebensmittelgutscheine.<\/p>\n<div class=\"postie-attachments\"><a href=\"http:\/\/www.rettet-den-sozialstaat.de\/?attachment_id=384\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.rettet-den-sozialstaat.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/awo_logo_stadtkreisverband-300x85.jpg\" alt=\"\" width=\"300px\" height=\"85px\" class=\"alignnone size-medium wp-image-384\" srcset=\"http:\/\/www.rettet-den-sozialstaat.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/awo_logo_stadtkreisverband-300x85.jpg 300w, http:\/\/www.rettet-den-sozialstaat.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/awo_logo_stadtkreisverband-768x218.jpg 768w, http:\/\/www.rettet-den-sozialstaat.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/awo_logo_stadtkreisverband-1024x290.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/div>\n\n<!-- Facebook Like Button v1.9.6 BEGIN [http:\/\/blog.bottomlessinc.com] -->\n<iframe src=\"http:\/\/www.facebook.com\/plugins\/like.php?href=http%3A%2F%2Fwww.rettet-den-sozialstaat.de%2F%3Fp%3D383&amp;layout=standard&amp;show_faces=false&amp;width=450&amp;action=like&amp;colorscheme=light\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" allowTransparency=\"true\" style=\"border:none; overflow:hidden; width:450px; height: 30px; align: left; margin: 2px 0px 2px 0px\"><\/iframe>\n<!-- Facebook Like Button END -->\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zu der aktuellen Diskussion \u201e Sanktionspraxis im SGB II \u201e nimmt der AWO Stadtkreisvorsitzende Holger Scharff wie folgt Stellung: * * *AWO Ludwigshafen:* *Abschaffung der derzeitigen Sanktionspraxis im SGB II* Anl\u00e4sslich der heutigen Verhandlung des Ersten Senats des BVerfG zu &hellip; <a href=\"http:\/\/www.rettet-den-sozialstaat.de\/?p=383\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-383","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.rettet-den-sozialstaat.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/383","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.rettet-den-sozialstaat.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.rettet-den-sozialstaat.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.rettet-den-sozialstaat.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.rettet-den-sozialstaat.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=383"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/www.rettet-den-sozialstaat.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/383\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.rettet-den-sozialstaat.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=383"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.rettet-den-sozialstaat.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=383"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.rettet-den-sozialstaat.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=383"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}