{"id":654,"date":"2025-08-28T18:04:09","date_gmt":"2025-08-28T18:04:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.rettet-den-sozialstaat.de\/?p=654"},"modified":"2025-08-28T20:11:46","modified_gmt":"2025-08-28T18:11:46","slug":"keine-karenztage-und-keine-lohnkuerzung-im-krankheitsfall","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.rettet-den-sozialstaat.de\/?p=654","title":{"rendered":"Keine Karenztage und keine Lohnk\u00fcrzung im Krankheitsfall"},"content":{"rendered":"\n<!-- Facebook Like Button v1.9.6 BEGIN [http:\/\/blog.bottomlessinc.com] -->\n<iframe src=\"http:\/\/www.facebook.com\/plugins\/like.php?href=http%3A%2F%2Fwww.rettet-den-sozialstaat.de%2F%3Fp%3D654&amp;layout=standard&amp;show_faces=false&amp;width=450&amp;action=like&amp;colorscheme=light\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" allowTransparency=\"true\" style=\"border:none; overflow:hidden; width:450px; height: 30px; align: left; margin: 2px 0px 2px 0px\"><\/iframe>\n<!-- Facebook Like Button END -->\n<div class=\"postie-post\">*AWO Vorderpfalz*<br \/>\n**<br \/>\n*AWO Kreisvorsitzender Holger Scharff:*<br \/>\n*\u201eKeine Karenztage und keine Lohnk\u00fcrzung im Krankheitsfall &#8211; *<br \/>\n*St\u00e4rkung der sozialen Absicherung f\u00fcr Arbeitnehmer*innen in Deutschland*<br \/>\nEinleitung<br \/>\nDie Diskussion um Karenztage und Lohnk\u00fcrzungen im Krankheitsfall hat in den vergangenen Jahren zunehmend an gesellschaftlicher Bedeutung gewonnen. Arbeitsausf\u00e4lle bedingt durch Krankheit sind eine Realit\u00e4t, die jede Person im Erwerbsleben treffen kann. Umso wichtiger ist es, klare und gerechte Regelungen im Arbeitsrecht festzuschreiben, die die soziale Sicherheit sch\u00fctzen und faire Bedingungen f\u00fcr alle schaffen. Mit dieser Pressemitteilung m\u00f6chten wir klarstellen: Wirwollen keineKarenztage undsetzen unsf\u00fcr den uneingeschr\u00e4nkten Erhalt des Lohns im Krankheitsfall ein.<br \/>\nHintergrund der aktuellen Regelungen<br \/>\nDerzeit sind Arbeitnehmer*innen in Deutschland durch das Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG) grunds\u00e4tzlich vor Lohneinbu\u00dfen im Krankheitsfall gesch\u00fctzt. Dennoch gibt es in manchen Branchen, insbesondere im europ\u00e4ischen und internationalen Vergleich, Regelungen, die sogenannte Karenztage vorsehen. Karenztage sind Tage, an denen Arbeitnehmende bei Krankheit keinen Lohn erhalten oder dieser gek\u00fcrzt wird. In Deutschland existiert diese Praxis derzeit nicht in der breiten Anwendung, aber die Diskussion wird immer wieder gef\u00fchrt, insbesondere im Zusammenhang mit Sparma\u00dfnahmen und Kostendruck auf Unternehmen und Sozialversicherungen.<br \/>\nWas sind Karenztage?<br \/>\nKarenztage sind arbeitsfreie Tage, f\u00fcr die bei Krankheit kein Lohn oder kein voller Lohn gezahlt wird. In einigen L\u00e4ndern, wie beispielsweise \u00d6sterreich oder der Schweiz, ist es \u00fcblich, dass in den ersten ein bis drei Tagen einer Erkrankung kein Anspruch auf Lohnfortzahlung besteht. Aus Arbeitgebersicht sollen Karenztage dazu beitragen, Fehlzeiten zu reduzieren und Missbrauch vorzubeugen. Aus Sicht der Besch\u00e4ftigten bedeuten sie jedoch eine erhebliche finanzielle Unsicherheit und k\u00f6nnen dazu f\u00fchren, dass Arbeitnehmer*innen trotz Krankheit zur Arbeit erscheinen.<br \/>\nDie Bedeutung der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall<br \/>\nEine verl\u00e4ssliche Lohnfortzahlung im Krankheitsfall ist ein zentrales Element des sozialen Sicherungssystems. Sie sch\u00fctzt Erwerbst\u00e4tige davor, im Krankheitsfall existenzielle finanzielle Nachteile zu erleiden. Insbesondere Menschen mit niedrigen Einkommen profitieren davon, denn sie k\u00f6nnten selbst kurze Lohnausf\u00e4lle wirtschaftlich hart treffen. Eine Reduzierung des Lohns oder Karenztage w\u00fcrden insbesondere diese Personengruppen benachteiligen und soziale Ungleichheiten versch\u00e4rfen.<br \/>\nArgumente gegen Karenztage und Lohnk\u00fcrzung<br \/>\n\u00b7Soziale Gerechtigkeit: Jeder Mensch sollte im Krankheitsfall vor finanziellen Einbu\u00dfen gesch\u00fctzt sein. Karenztage treffen besonders diejenigen, die ohnehin weniger verdienen und \u00fcber weniger R\u00fccklagen verf\u00fcgen.<br \/>\n\u00b7Gesundheitsschutz: Die Angst vor Lohnverlust f\u00fchrt dazu, dass viele trotz Krankheit zur Arbeit gehen, was die eigene Genesung verz\u00f6gert und das Risiko von Ansteckungen am Arbeitsplatz erh\u00f6ht.<br \/>\n\u00b7Wirtschaftliche Stabilit\u00e4t: Die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall ist ein Baustein zur Sicherung der Kaufkraft und tr\u00e4gt zur Stabilit\u00e4t von Familien und Gesellschaft bei.<br \/>\n\u00b7Pr\u00e4vention von Armut: Kurzfristige Lohnk\u00fcrzungen k\u00f6nnen schnell in die Verschuldung f\u00fchren und langfristig die soziale Sicherung belasten.<br \/>\n\u00b7Zusammenhalt in Krisenzeiten: Gerade in au\u00dfergew\u00f6hnlichen Situationen, wie etwa w\u00e4hrend der COVID-19-Pandemie, hat sich gezeigt, wie wichtig soziale Absicherung und Vertrauen in den Sozialstaat sind.<br \/>\nInternationale Perspektiven<br \/>\nEin Blick ins europ\u00e4ische Ausland zeigt, dass Karenztage in manchen L\u00e4ndern \u00fcblich sind. In Schweden beispielsweise gibt es einen Karenztag, in \u00d6sterreich und der Schweiz bis zu drei. Die Erfahrungen dort zeigen, dass Karenztage zwar kurzfristig zu Kosteneinsparungen f\u00fchren k\u00f6nnen, langfristig aber gesundheitliche Risiken, eine h\u00f6here Verbreitung von Krankheiten am Arbeitsplatz sowie soziale Ungleichgewichte f\u00f6rdern.<br \/>\nStimmen aus der Praxis<br \/>\nZahlreiche Gewerkschaften, Sozialverb\u00e4nde und Expert*innen fordern die St\u00e4rkung der Lohnfortzahlung und die klare Ablehnung von Karenztagen. \u201eArbeitnehmer*innen d\u00fcrfen nicht zwischen Gesundheit und Existenzsicherung w\u00e4hlen m\u00fcssen\u201c, betont etwa der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB). Auch Mediziner*innen warnen vor erh\u00f6htem Pr\u00e4sentismus und den daraus folgenden gesundheitlichen Risiken.<br \/>\n*Forderungen*<br \/>\nWir fordern:<br \/>\n\u00b7Die Beibehaltung der vollen Lohnfortzahlung im Krankheitsfall f\u00fcr alle Besch\u00e4ftigten \u2013 unabh\u00e4ngig von Branche, Einkommen oder Anstellungsdauer.<br \/>\n\u00b7Eine klare gesetzliche Verankerung des Verbots von Karenztagen und Lohnk\u00fcrzungen im Krankheitsfall.<br \/>\n\u00b7Die Ausweitung von Aufkl\u00e4rung und Pr\u00e4vention, um Missbrauch vorzubeugen, ohne solide soziale Standards aufzugeben.<br \/>\n\u00b7Die F\u00f6rderung gesunder Arbeitsbedingungen und einer offenen Unternehmenskultur, in der Krankheit nicht stigmatisiert wird.<br \/>\n Fazit<br \/>\n\u201eDer Schutz vor Lohnausfall im Krankheitsfall ist ein grundlegender Baustein eines gerechten und modernen Sozialstaats. Karenztage und Lohnk\u00fcrzungen sind weder sozial noch wirtschaftlich sinnvoll, sondern schw\u00e4chen das Vertrauen in die soziale Absicherung und gef\u00e4hrden die Gesundheit der Bev\u00f6lkerung. Wir setzen uns entschieden f\u00fcr die Abschaffung von Karenztagen und f\u00fcr den uneingeschr\u00e4nkten Erhalt des Lohns im Krankheitsfall ein \u2013 f\u00fcr ein solidarisches und sicheres Arbeitsleben in Deutschland\u201c so der AWO Kreisvorsitzende Vorderpfalz Holger Scharff.<br \/>\n**<\/div>\n\n<!-- Facebook Like Button v1.9.6 BEGIN [http:\/\/blog.bottomlessinc.com] -->\n<iframe src=\"http:\/\/www.facebook.com\/plugins\/like.php?href=http%3A%2F%2Fwww.rettet-den-sozialstaat.de%2F%3Fp%3D654&amp;layout=standard&amp;show_faces=false&amp;width=450&amp;action=like&amp;colorscheme=light\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" allowTransparency=\"true\" style=\"border:none; overflow:hidden; width:450px; height: 30px; align: left; margin: 2px 0px 2px 0px\"><\/iframe>\n<!-- Facebook Like Button END -->\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>*AWO Vorderpfalz* ** *AWO Kreisvorsitzender Holger Scharff:* *\u201eKeine Karenztage und keine Lohnk\u00fcrzung im Krankheitsfall &#8211; * *St\u00e4rkung der sozialen Absicherung f\u00fcr Arbeitnehmer*innen in Deutschland* Einleitung Die Diskussion um Karenztage und Lohnk\u00fcrzungen im Krankheitsfall hat in den vergangenen Jahren zunehmend an &hellip; <a href=\"http:\/\/www.rettet-den-sozialstaat.de\/?p=654\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-654","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.rettet-den-sozialstaat.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/654","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.rettet-den-sozialstaat.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.rettet-den-sozialstaat.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.rettet-den-sozialstaat.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.rettet-den-sozialstaat.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=654"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/www.rettet-den-sozialstaat.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/654\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.rettet-den-sozialstaat.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=654"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.rettet-den-sozialstaat.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=654"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.rettet-den-sozialstaat.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=654"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}